LESERBRIEF „Geld für Wichtigeres“ von Dr. Rainer Schenk

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Zum Artikel “Landesgartenschau 2004: Burghausen muss Fördergelder zurückzahlen“ vom 12. März.

Eine Landesgartenschau (LGS) kann per se durchaus etwas Schönes sein, man muss es sich aber leisten können. Ich bin sowohl ein Garten-, Blumen-, als auch Naturfreund und wir in Traunstein können uns glücklich schätzen, bereits so viel Grün in und um unsere Stadt zu haben. Viele beneiden uns darum. Auch die Bilder der Werbebroschüre zur LGS 2022 zeigen, wie schön es bei uns schon ist. Die Stadt noch ein wenig schöner, ein wenig grüner zu machen, ist es das wert, ein so hohes finanzielles Risiko dafür einzugehen? Passt da die Verhältnismäßigkeit?

Seit gut 35 Jahren gibt es Landesgartenschauen in Bayern (wie lange noch?) und, obwohl diese vom Freistaat bezuschusst werden, bleiben die meisten Städte auf einem Millionendefizit sitzen. Auch deshalb kritisiert der Rechnungshof das intransparente staatliche Förderverfahren. Burghausen zum Beispiel, muss jetzt, zwölf Jahre nach der LGS, 1,5 Millionen Euro zurückzahlen. In Traunstein können nur mit erheblichen Kreditaufnahmen (schon ohne LGS steigen unsere Schulden!), die Investitionsmaßnahmen für die geplante LGS geschultert werden. Wichtige Maßnahmen im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich, werden massiv darunter leiden. Elementare Aufgaben der Stadt, wie Schulen, Kindergärten, Straßenbau, Abwasserbeseitigung etc. , sowie anstehende Investitionen, wie AKG Turnhalle, Jugendtreff, Klosterkirche, barrierefreie Stadt …. sind nicht vermeidbar, ja notwendig! Vermeidbar und nicht notwendig sind dagegen die enormen Kosten der LGS. Auch wenn es einige nicht gerne hören, es ist aber eine Tatsache, dass auch unser geschätzter Altkämmerer Maier, von Anfang an größte finanzielle Bedenken gegen die Ausrichtung der LGS erhoben hat. Bei den Befürwortern der LGS scheint dagegen Geld keine große Rolle zu spielen. Seit Monaten werden unzählige Anzeigen geschaltet, plakatiert, aufwendige Aktionen betrieben, beworben …. Übernehmen die Befürworter dann auch das drohende finanzielle Minus? Nein, dieses wird an der Stadt, an uns Bürgern hängen bleiben. Gebetsmühlenartig wird auch argumentiert, dass in Traunstein mit der LGS sich so vieles weiter entwickeln lässt. Wenn man wirklich will, geht eine nachhaltige Stadtentwicklung auch ohne LGS. Wahrscheinlich sogar besser, ohne Zeitdruck und vor allem, ohne ein so großes finanzielles Risiko einzugehen. So stellt sich die alles entscheidende Frage, brauchen wir das Geld, was uns die LGS kostet, nicht für Wichtigeres? Gut, dass die Traunsteiner Bürger am 10. April demokratisch darüber abstimmen können.

Dr. Rainer Schenk, Angererstraße 4, 83278 Traunstein

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