Schulwegsicherheit in Traunstein im Winter

Der Winter 2018 / 2019 hat sich bis jetzt als recht schneereich erwiesen. Zeit sich einmal anzusehen wie ernst man es mit der Winter - Schulwegsicherheit in der Schulstadt Traunstein nimmt.
Ich habe mir hierzu zwei seit Jahrzehnten unverändert existierende Schulwege zu den Schulen Maria-Ward Realschule (Sparz) und zum Schulkomplex Reiffenstuel-Realschule / FOS / Berufsschule angesehen.

SPARZ
Der Fußweg für die Schüler die zu Fuß aus der Stadt in die Maria Ward Schule gehen führt von der Trauner Straße kommend über die grüne Fußgängerbrücke über die Traun und dann unter der Bundesstraße hindurch den Berg zum Schulgebäude hinauf. Besser gesagt er führe, denn am Beginn des Bergweges bietet sich den Schülern folgender Anblick:

Bild vom 7.2.2019, Schulweg unterhalb Sparz: Hier wir nicht geräumt
Bild vom 7.2.2019, Schulweg unterhalb Sparz: Hier wir nicht geräumt


„Dieser Weg wird im
Winter nicht geräumt
und gestreut
Begehen auf eigene
Gefahr“


Die Schüler stehen jetzt vor der Entscheidung den Weg über den schneereichen, glatten und steilen Weg fortzusetzen oder 500 Meter Umweg (extra ausgemessen) in Kauf zu nehmen, nämlich Richtung Helig-Geist Brücke bis zur Bushaltestelle und von dort aus den Berg hinauf über die Sparzer Straße zum Schulgebäude zu gehen.


Bild vom 7.2.2019, Schulweg auf der Straße hinauf nach Sparz. Wenn die steile Straße vereist ist hilft nur noch Beten
Bild vom 7.2.2019, Schulweg auf der Straße hinauf nach Sparz. Wenn die steile Straße vereist ist hilft nur noch Beten

 
Dies ist keinesfalls eine sichere Alternative da die Kinder die steile Straße zusammen mit den PKWs benutzen müssen und ein Fußweg der die Schüler schützen könnte dort nicht vorhanden ist.
Die Situation am Sparzer Schulweg besteht meiner Beobachtung nach so schon seit vielen Jahren.
Fazit: Ein sicherer Schulweg zur Maria-Ward Schule ist nicht vorhanden.

Reiffenstuel Realschule / FOS / Berufsschule
Viele Schüler nutzen den Traundamm als Weg zu diesem Schulkomplex weil es ein vergleichsweise ruhiger und sicherer Verkehrsweg ist. Aber schon ab dem Viadukt sind die Fußwege nicht geräumt, es liegt auf beiden Seitenwegen des Mühlbachs so viel festgetretener Schnee dass klar wird: Hier wurde den ganzen Winter noch nie Schnee geräumt! Wenn man es doch zu der kleinen Brücke am Mühlbacheinfluss geschafft hat begänne der Aufstieg zum Schulkomplex, aber auch hier hat die Stadt Traunstein mit einem der bekannten Schilder unmissverständlich klar gemacht: Hier wird nicht geräumt!



Bild vom 7.2.2019, Ab dem Viadukt wurde der Weg in diesem Winter noch nicht geräumt. Auch der Weg links im Bild direkt am Tennisheim vorbei wurde nicht geräumt.
Bild vom 7.2.2019, Ab dem Viadukt wurde der Weg in diesem Winter noch nicht geräumt. Auch der Weg links im Bild direkt am Tennisheim vorbei wurde nicht geräumt.



Bild vom 7.2.2019, Weg vom Mühlbach hinauf zur Realschule, auch hier wieder das Schild: Hier wird nicht geräumt
Bild vom 7.2.2019, Weg vom Mühlbach hinauf zur Realschule, auch hier wieder das Schild: Hier wird nicht geräumt



Bild vom 7.2.2019, Weg vom Mühlbach hinauf zur Realschule, Gesamtansicht
Bild vom 7.2.2019, Weg vom Mühlbach hinauf zur Realschule, Gesamtansicht


Bild vom 7.2.2019, Schild am Beginn des Weges, hier wird nicht geräumt
Bild vom 7.2.2019, Schild am Beginn des Weges, hier wird nicht geräumt

 
Eine Alternative gibt es hier kaum, die Schüler müssen einen langen Umweg entweder nördlich über den Empfinger Hohlweg (eher unrealistisch) oder südlich an der Brunner-Anlage vorbei den Fuß / Radweg hinauf zur Wasserburger Straße einplanen. Der Empfinger Hohlweg ist sicherlich kein Weg den man zu Fuß während der morgendlichen Rush-Hour zurücklegen will. Den Schülern bleibt letztendlich nur der aufwändige Umweg vom Viadukt vorbei an der Brunner-Anlage hinauf zur Wasserburger Straße.
Fazit: Hier gibt es zwar eine leidlich sichere Alternative, aber diese bedeutet für die Schüler einen großen Umweg entlang einer verkehrsreichen Straße mit schlechter Luft.

Die Schulstadt Traunstein leistet sich eine Beauftragte für die Schulwegsicherheit.


Screenshot von www.traunstein.de, Februar 2019, Verkehrssicherheits- und Schulwegbeauftragte Gabriele Hartkopf
Screenshot von www.traunstein.de, Februar 2019, Verkehrssicherheits- und Schulwegbeauftragte Gabriele Hartkopf


Wie sind die Zustände die bereits seit langer Zeit so bestehen besonders im Fall Sparz zu erklären? Ein Erklärungsversuch:
Fall 1: Die Situation am Sparzer Schulweg ist der Sachgebietsleiterin unbekannt. - Die Sachgebietsleiterin scheint sich nicht besonders für Ihre Aufgabe zu interessieren.
Fall 2: Die Situation am Sparzer Schulweg ist der Sachgebietsleiterin bekannt, aber sie unternimmt nichts. - Die Sachgebietsleiterin scheint die Gefahren nicht richtig einschätzen zu können.

Beide mögliche Fälle stellen der Sachgebietsleiterin kein gutes Zeugnis aus, und somit bleibt der tägliche Schulweg nach Sparz für die Schulkinder weiterhin gefährlich.

Führen wir uns nochmals den Auftdruck auf den Tafeln der Traunsteiner Stadtverwaltung vor Augen und berücksichtigen dabei dass die Tafeln auf bekannten Schulwegen aufgestellt wurden:

„Dieser Weg wird im
Winter nicht geräumt
und gestreut
Begehen auf eigene
Gefahr“


Diese Aussage sagt den Schulkindern deutlich: Eure körperliche Unversehrtheit, Eure Sicherheit, Euer Wohlbefinden spielen für uns keine Rolle!

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